Das Dach wird zur „Visitenkarte“ des Hauses

Etwa jedes zehnte Dach in Deutschland weicht mittlerweile vom klassischen Satteldach ab. Heutzutage erwarten Eigenheimbesitzer vom Dach mehr als nur den Schutz vor Wind und Wetter.

Wenn der Bebauungsplan es zulässt, entscheiden sich Baufamilien auch für so außergewöhnliche Dachformen wie Tonnendächer, die ursprünglich für Industriebauten gedacht waren. Eingedeckt mit bunt-metallic engobierten Ton-Dachziegeln wirken diese bogenförmigen „Hauben“ dennoch futuristisch. „Das Dach muss jedoch mit dem Gesamtbauwerk harmonieren“, warnt Dachdeckermeister Oliver Kortendieck bei speziellen Wünschen für die „fünfte Fassade“ des Hauses. Baufamilien sollten auf jeden Fall bereits in der Planungsphase den Fachmann – z. B. Architekten oder versierten Dachdeckermeister – zu Rate ziehen.

Dach-Ziegel werden größer
Hersteller optimieren ihre Produkte immer weiter nach Wünschen der Baufamilien – mit verbesserter Regeneintragsicherheit und vereinfachter Verarbeitung für Dachdecker. Traditionelle Modelle werden daher inzwischen auch in neuen Größen angeboten: Früher waren es 13 bis 18 Stück pro Quadratmeter Dachfläche, heute gibt es schon Ziegel mit einem Bedarf von sechs bis zehn Stück (z. B. Nibra DS 5 oder Nibra MS 5, Flachdachziegel Nibra F 7/18°, Glattziegel Nibra G 10 etc.).

Auch bei der Sanierung älterer Dächer sorgen die größeren Modelle für wirtschaftlichen Nutzen. Denn mit der geringeren Anzahl an Dachziegeln pro Quadtratmeter reduziert sich die Verlegezeit. Gleichzeitig wird die klassische Optik nicht beeinträchtigt.



Neubau-Siedlungen werden bunter
Viele Baufamilien bevorzugen neuerdings mediterrane Dachformen mit warmen Farbnuancen. Nach einer aktuellen Studie präferiert jede fünfte Baufamilie ein flach geneigtes Dach (ab 10 Grad). Bei einer Dachaufstockung kann das Obergeschoss dadurch besser als Wohnraum genutzt werden.

Die Industrie reagierte mit neuen Modellen: In der Verfalzung veränderte Flachdachziegel wie der „Nibra F 7/18°“ schützen das Haus auch in niederschlagsreichen Regionen – selbst bei Dachneigungen unter 20 Grad. Farben wie „muskat“ oder „kupferrot“ bei den Ton-Dachziegeln erweitern das Angebot. Auch bei Dachsteinen (z. B. mit der selbstreinigenden Oberfläche „Longlife“) reicht die Farbpalette vom traditionellen Ziegelrot, Dunkelbraun oder Schwarz bis hin zu Blau oder Moosgrün.

Mehr Akzente auf dem Dach
Gauben sind zurzeit besonders beliebt, ergab die Studie. Sowohl im Neubau als auch bei Sanierungen. Werden die gestalterischen Grundregeln (Größe, Anordnung, Anzahl) eingehalten, lockern sie die Dachflächen auf und geben dem Haus einen besonderen Charakter. Zusätzliches Licht und Raum im Dachgeschoss erhöhen den Wohnwert. „Architektonisch vertretbar ist ihr Einbau aber erst bei einer Dachneigung ab 30 Grad“, weiß der Nelskamp-Experte.
 

 

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